Kant-Garagen-Palast


Geschichte

Die 1930 eröffnete Kantgarage ist eines der bedeutendsten Verkehrsbauwerke der Weimarer Republik. Dasin den Formen der Neuen Sachlichkeit gestaltete Baudenkmal ist die einzige erhaltene Hochgarage der Zwischenkriegszeit in Berlin und Brandenburg. Eine darüber hinaus gehendearchitekturhistorische Ausnahmestellung begründet sich durch den ungewöhnlich authentischen Erhaltungszustand und durch die architektonischen Qualität der Ausführung.


Errichtet wurde die Hochgarageim Auftrag des UnternehmersLouisSerlin.Die Gesamtgestalt des Bauwerks entwickeltenBruno Lohmüller,Oskar Korschelt& Jakob RenkerinZusammenarbeitmitHermann Herrey-ZweigenthalundRichardPaulick. Die beeindruckende Vorhangfassade, die über die gesamte Rückseite des Gebäudes als gläserne Haut gespannt ist, wird dem Hans-Poelzig-Schüler Herrey-Zweigenthal zugeschrieben. Für die spektakuläre doppelgängige Wendelrampe zeichnen vermutlich Herrey-Zweigenthal und Serlin gleichermaßen verantwortlich.


Die bis zur Kriegszerstörung auf dem Grundstück erhaltene Gründerzeit-Villa von 1895 diente Serlin als Verwaltungsbau mit Chauffeur-Kasino. In den Jahren 1930 bis 1937 war geplant, im unvollendeten Dachgeschoss entweder ein Dachgarten mit Restaurant, eine Kegelbahn oder eine Tennishalle einzurichten. Nichts davon wurde realisiert. Stattdessen wurde 1937 vom Planungsbüro der Siemens-Bauunion eine freitragende Hallenkonstruktion errichtet. Später befand sich hier eine Reparaturwerkstatt.


Erst 1991 wurde die Kantgarage, die den Zweiten Weltkrieg ohne größere Beschädigungen überstand, in die Berliner Denkmalliste aufgenommen.

Die Kantgaragen, auch bekannt als Kant-Garagen-Palast oder Serlin-Rampenhaus, befinden sich im Berliner Ortsteil Charlottenburg -genauer gesagt in der Kantstraße 126-127. Zu Fuß sind sie vom S-Bahnhof Charlottenburg in wenigen Minuten zu erreichen.

Lage

Abrissplanung

Nach konstanter Nutzung über 83 Jahre und trotz der architektur- und kulturhistorischen Bedeutung des Bauwerks, sollen die Kantgaragen nun abgerissen werden. Damit stellt sich der Eigentümer gegen die ausdrückliche Empfehlung des Landesdenkmalamtes. Wir setzen uns für den Erhalt dieses einzigartigen Bauwerks ein!